Kopfschmerzen und Bauchweh: Wenn Schule Angst macht

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Kopfschmerzen und Bauchweh: Wenn Schule Angst macht

Wenn Du Dich gerade vor wichtigen Prüfungen schlecht fühlst, vielleicht über Übelkeit, Kopfweh oder andere Beschwerden klagst, dann steckt womöglich mehr dahinter als eine Infektion. Denn nicht nur Viren und Bakterien, sondern auch Angst können Dich krank machen.

Diese Krankheit schleicht sich mit ganz kleinen Schritten in Dein Leben. Sie beginnt vielleicht damit, dass Dir vor Prüfungen flau im Magen ist, Du schlecht schläfst und Dich morgens zittrig fühlst. Vielleicht hast Du auch Kopfschmerzen oder Dir ist schwindlig. So kann ja niemand Leistung bringen, also bleibst Du zu Hause. Doch die Beschwerden kommen wieder – in der nächsten Woche vielleicht oder vor der nächsten Prüfung. Schon wieder nicht in die Schule gehen: Ist das wirklich die richtige Lösung?

Mit Deinen Symptomen und Sorgen bist Du nicht allein. Jeder fünfte Schüler leidet an Schulangst, schätzen Experten. Das heißt nicht, dass der Unterricht selbst Angst macht, sondern all das, was man damit verbindet: Situationen, in denen man auf dem Prüfstand steht und das vielleicht nicht so hinbekommt, wie man möchte. Oder wie es andere – Eltern, Klassenkameraden, Lehrer – von Dir erwarten. Oft ist diese Angst total unbegründet, weil Du eigentlich gut in der Schule bist. Aber sie kann auch entstehen, weil sich die Lern-Lücken plötzlich so groß anfühlen – etwa nach der langen Homeschooling-Phase in der Corona-Pandemie oder vor den Abschlussprüfungen.

Zuhause bleiben? Falsche Taktik

Angst aber senkt nicht nur die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, sondern kann echt krank machen. Angst und Sorgen lassen Dich schlecht schlafen, stören Dein Herz-Kreislaufsystem und Deine Verdauung. Doch im Gegensatz zu einer Infektion mit Viren oder Bakterien hilft es in diesem Fall nicht, Dich mit einer Wärmflasche im Bett zu verkriechen – auch wenn sich das kurzfristig natürlich gut anfühlt.

Dein Körper „lernt“ dadurch, dass er sich mit sogenannten psychosomatischen Beschwerden (Kopfschmerzen, Bauchweh & Co.) um kritische Aufgaben herumdrücken und zumindest für ein paar Stunden oder Tage die Angst senken kann. Gelerntes Vermeidungsverhalten nennen das die Psychologen. Langfristig bringt das aber nichts, denn: Schule ist Pflicht. Prüfungen müssen geschrieben werden. Und das ganze Leben ist eigentlich eine Aneinanderreihung von Situationen, in denen man Leistung erbringen muss. Niemand kann für immer mit einer Wärmflasche im Bett liegen.

Der Angst nicht ausweichen, sondern ihr begegnen

Besser ist also, Du machst mal ein Date aus mit Deiner Angst und gehst ihr auf den Grund: Was genau bereitet Dir Sorgen? Welche konkreten Gedanken gehen Dir durch den Kopf vor einer Prüfung? Was wird in Deiner Vorstellung passieren, wenn Du eine schlechte Note bekommst, sitzen bleibst oder gar die Abschlussprüfung nicht schaffst?

Die meisten Jugendlichen mit Schulangst malen sich diese Situationen in den allerschwärzesten Farben aus: dass sie einen Blackout haben vor dem leeren Blatt oder kein Wort herausbringen vor der ganzen Klasse. Dass dann alle Mitschüler und der Lehrer lachen werden. Dass die Eltern sich furchtbar aufregen. Weil man eben ein Versager ist. Und generell gar nichts gebacken bekommt. Jetzt, aber auch in Zukunft.

Solche Gedanken vergiften Dich innerlich, und zwar jeden Tag aufs Neue. Deswegen ist es auch kein Wunder, dass sie Deinen Körper krank machen. Wäre es da nicht besser, ihn wieder aufzupäppeln und wieder stark zu machen mit Gedanken, die wie eine Wärmflasche von innen heilen?

Mutmacher gesucht

Schreib in einem ersten Schritt all die Mut-Sätze auf, die Du einer guten Freundin oder einem guten Freund in solchen Situationen sagen würdest: Du kannst das. Du schaffst das. Weil Du es bisher auch immer gekonnt und geschafft hast. Und weil Du Dich gut vorbereitet hast. Mal Dir in tollen Farben aus, wie es sich anfühlen wird, wenn die Prüfung geschafft ist und Du stolz auf Dich sein kannst.

Wenn dann die Gift-Gedanken hochblubbern in Dir, kneifst Du Dich leicht in die Innenseite Deines Unterarms. Und stellst Dir anschließend ganz bildlich vor, wie Du all die schwarzen Sorgen wegschiebst und durch Wärmflaschen-Gedanken ersetzt. Atme dabei langsam und tief ein und aus. Lass Dich von Deinen positiven Sätzen durchströmen wie von einem Sonnenstrahl, bis Du Dich innerlich ruhig und sicher fühlst. Je öfter Du das machst, desto besser funktioniert das Kneifen als Gedankenstopp für Dich, wenn Du wieder in der Negativspirale zu versinken drohst.

Damit ist es aber noch nicht getan. Sprich auch mit Deinen Eltern über Deine Angst und wie wichtig es für Dich ist, dass sie Dich unterstützen – und zwar unabhängig von Deinen Noten. Weihe Deine besten Freunde ein und bitte sie, Dich gerade vor Prüfungssituationen mit positivem Zuspruch zu stärken. Vielleicht gibt es ja auch einen Lehrer oder eine Lehrerin, der Du Dich anvertrauen kannst.

Und ganz wichtig: Feier Dich, sobald Du einer kritischen Situation nicht ausgewichen bist, sondern diese durchstanden hast. Schau dabei nicht auf das Ergebnis oder auf die Noten, sondern sei unabhängig davon super-stolz auf Dich, weil Du Dich und Deine Bedenken überwunden hast. Denn jeder dieser kleinen Siege macht Dich stärker und lässt Dich wachsen. Und das ist für den Rest Deines Lebens sehr viel wichtiger als Noten es jemals sein könnten.

Wir freuen uns auch über ausführlicheres Feedback per E-Mail an: teens@fit-4-future.de

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