"Typisch Jungs, typisch Mädchen" - gibt es das eigentlich noch?

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Was ist eigentlich „normal“?

Um die Erwartungen der anderen zu erfüllen, verhalten wir uns – bewusst oder unbewusst – lieber geschlechtskonform. Aber was ist denn eigentlich „normal“ und warum verhalten sich Geschlechter unterschiedlich?

Was ist „Geschlecht“?

Das Englische unterscheidet hier zwischen dem biologischen Geschlecht (sex) und dem sozialen (gender). Gender ist also ein gesellschaftliches Konstrukt. Dabei sind die Eigenschaften, die den jeweiligen Geschlechtern zugeordnet werden, meist nicht angeboren, sondern anerzogen. Geschlecht, wie hier beschrieben, unterliegt vielen Einflüssen. Es ist nicht fix, sondern variabel und kann nicht von den sozialen Aspekten oder den persönlichen Erfahrungen getrennt werden. Auch die Kultur in der wir leben, bestimmt die Rahmenbedingungen, innerhalb derer wir agieren sollen. Das führt dazu, dass in verschiedenen Kulturen, die Rollenverständnisse von Mann und Frau ganz unterschiedlich interpretiert und gelebt werden.

Was sind „Stereotype“?

Stereotype sind stark vereinfachte, generalisierende und gleichzeitig starre Meinungen über Gruppen. Geschlechtsstereotype geben uns vor, wie sich Männer und Frauen zu verhalten haben. Stereotype sind nicht grundsätzlich schlecht. Bereits im Kindesalter verfügen wir über klare Rollenvorstellungen. Sie helfen bei der Wahrnehmung und Orientierung und sind daher eine wichtige Strategie, um gegenseitige Erwartungen abgleichen zu können. Stereotype haben sich über die Zeit verändert. Mitmenschen und Medien wirken zusammen, um Stereotype aufzubauen, sie zu pflegen und zu verstärken. Galt der Mann früher als der Alleinverdiener und der Bestimmer innerhalb der Familie, war die Frau dagegen passiv und für den Haushalt und die Kinder zuständig. Heutzutage ist das längst nicht mehr so eindeutig. Trotzdem, einige Merkmale bestehen auch heute noch. Beispielsweise werden Frauen als ängstlich, emotional und gemeinschaftsorientiert beschrieben, wohingegen Männer als stark, unabhängig und mutig gelten.

"Divers ist das neue Normal"

Gibt es das eigentlich noch, das „normale“? Besonders die Modeszene zeigt: "Divers ist das neue Normal". „Unisex-Models“ werden immer häufiger gebucht und Models mit Charakterzügen kommen bei den Modemachern gut an. Obwohl die heutige Gesellschaft viel offener gegenüber Abweichungen von der vermeintlichen Norm ist, haben es Randgruppen wie beispielsweise Homosexuelle oder Transgender oftmals schwer, sich gegen Diskriminierung zu wehren und sich in der Gesellschaft zu integrieren. Oftmals fehlt es an den Rahmenbedingungen. Das zeigt sich z.B. schon anhand der kleinen Frage, ob Personen, die sich als „divers“ bezeichnen, auf die Männer- oder Frauentoilette gehen sollen, denn nur vereinzelt gibt es bereits „diverse“ Toiletten.

Bunte Vielfalt bereichert die Gesellschaft

Sich von der Masse abzuheben und seinen eigenen Weg zu gehen erfordert ganz schön viel Mut. Vor allem in der Zeit als Jugendlicher und junger Erwachsener, in der Du deine Persönlichkeit festigst und Duherausfindet, was Dich auszeichnet. Nicht für jeden ist der gerade Weg der richtige. Es lohnt sich auch mal nach rechts und links zu schauen und über Erfahrungen, Gefühle und Ängste mit Freunden und der Familie zu sprechen.

Jeder muss seinen Platz in der Gesellschaft finden. Das heißt jedoch nicht, dass Du dich zwangsläufig an alles anpassen musst. Trotzdem kannst Du nicht immer machen was Du willst. Kulturelle oder soziale Regeln geben uns Orientierung für das Leben Miteinander. Aber Offenheit, Akzeptanz und Toleranz sollten Werte sein, die jeder verinnerlicht hat. Das bedeutet auch nicht, dass Du alles gut finden musst, was andere denken, sagen oder tun. Aber offen darüber sprechen und diskutieren bringt Dich und die Gesellschaft weiter.

Wir freuen uns auch über ausführlicheres Feedback per E-Mail an: teens@fit-4-future.de

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